Woran du eine gute Bibelübersetzung erkennst
Wörtlich oder verständlich? Alt oder modern? Ein kleiner Wegweiser durch die Übersetzungsfrage, mit einem ehrlichen Favoriten.
Wer eine Bibel kaufen will, steht vor einem Regal voller Möglichkeiten und einer stillen Sorge: was, wenn ich die falsche erwische? Die gute Nachricht zuerst: die großen deutschen Übersetzungen sind allesamt seriöse Arbeit. Niemand hält eine gefälschte Bibel in der Hand, weil er zur falschen Ausgabe gegriffen hat.
Trotzdem gibt es Unterschiede, und sie folgen einem einfachen Prinzip. Jede Übersetzung muss sich zwischen zwei Treuen entscheiden: Treue zum Wortlaut und Treue zur Verständlichkeit. Wörtliche Übersetzungen wie die Elberfelder bleiben nah an der hebräischen und griechischen Satzstruktur, klingen dafür sperriger. Kommunikative Übersetzungen wie die Gute Nachricht oder die BasisBibel sagen es in heutigem Deutsch, glätten dafür manche Kante. Keine der beiden Richtungen ist falsch. Sie beantworten verschiedene Fragen.
Woran du Qualität erkennst
Drei Merkmale lohnen den Blick. Erstens: steht ein Übersetzerteam dahinter, nicht eine Einzelperson mit Sendungsbewusstsein? Zweitens: ist die Übersetzung ehrlich mit unsicheren Stellen? Die Lutherbibel 2017 zum Beispiel setzt Sätze, die in den ältesten Handschriften fehlen, in Klammern, statt sie stillschweigend zu behalten oder zu streichen. Ein Text, der seine offenen Fragen kennzeichnet, verdient Vertrauen. Drittens: kannst du sie überall nachschlagen und vergleichen?
Ein ehrlicher Favorit für den deutschen Sprachraum bleibt die Lutherbibel 2017: sie verbindet die Sprache, die dieses Land seit fünfhundert Jahren im Ohr hat, mit einer gründlichen Revision am Urtext. Und ein praktischer Rat zum Schluss: lies wichtige Stellen in zwei Übersetzungen nebeneinander. Wo beide dasselbe sagen, stehst du auf festem Boden. Wo sie sich unterscheiden, hast du gerade etwas Interessantes über den Text gelernt.